MAI 2004
2. Bundesjugendtreffen
"Acht Spitzen hat Zukunft"
Ein großes Ereignis sollte es werden: Die Malteser Jugend wird 25 Jahre alt! Und dazu wurde ein Treffen aller Diözesen vom 28. bis zum 31. Mai 2004 in Freiburg organisiert, der Stadt, in der die Malteser Jugend 1979 gegründet wurde.
Da Freiburg ja bekanntermaßen nicht wirklich zentral gelegen ist, verging der erste Tag des Lagers mit der Anreise. Wir von der Diözese Köln nahmen mit 92 Teilnehmern teil und reisten mit zwei Bussen – einmal von Köln und einmal von Ründeroth aus – an. Fast gleichzeitig trafen beide Busse an der Stadthalle in Freiburg ein und erfreulicherweise verliefen die Anmeldung und die Zuweisung der Unterkunft recht problemlos. Nach über sechs Stunden Fahrt und einem späten Abendessen waren dann vor allem die jüngeren Teilnehmer wirklich müde und wir machten uns also auf den Weg in unser Quartier. Die Turnhalle in der wir alle 92(!) schlafen sollten, sah auf den ersten Blick sehr klein aus und es waren einige Umrückaktionen notwendig, um für wirklich jeden einen Platz zu finden. So begann natürlich auch die Nachtruhe sehr spät.
Trotzdem wurde ich früh am nächsten Morgen wach und machte mich auf, die Duschen zu erkunden. Ich stellte schnell fest, dass ich mir natürlich eine kalte ausgesucht hatte und so hatten Eva und Sabine ein recht lautes Duscherlebnis mit mir (und ich wusste für die nächsten Tage genau, welche Dusche ich nicht nehmen würde). Um halb acht waren dann alle mehr oder weniger wach und wir machten uns gemeinsam auf den Weg zur Stadthalle, wo es Frühstück gab. Zu essen gab es dann auch reichlich und nach der Morgenrunde versammelten sich alle Diözesen und in einem beeindruckend anzusehenden Marsch ging es mit ca. 1500 Malteser Jugendlichen in die Innenstadt von Freiburg auf den Augustinerplatz, wo um 10.00 Uhr der "Markt der Möglichkeiten" eröffnet wurde. An verschiedenen Ständen boten die einzelnen Diözesen Dinge wie z.B. Narben schminken, künstliches Altern auf 75 Jahre, Brettchen gestalten oder Schutzengel basteln an. Mit den Erlösen auf dem Markt wurde für Arbnor gesammelt, ein kleiner Junge aus dem Kosovo, der eine regelmäßige medizinische Behandlung in Deutschland benötigt. Ich fand es sehr beeindruckend, wie viele Malteser Jugendliche zusammen gekommen waren und überall in den Freiburger Straßen waren sie anhand ihrer Kleidung – häufig mit eigenen T-Shirts aus der jeweiligen Gliederung – leicht zu erkennen. Nach einem interessanten Tag machte ich mich mit meiner Gruppe dann wieder auf in unser Quartier und wir genossen die Ruhe, da außer uns neun Leuten noch niemand dort war. Nach einer recht kurzen Erholung ging es dann auch direkt weiter – rüber in die Stadthalle zu einem warmen Abendessen. Und im Anschluss daran folgte dann eine Disco – Zeit für alle Teenager, sich so richtig aufzudonnern! Mit viel lauter Musik ging dieser Abend dann zu Ende und ich habe nicht viel verstanden von dem, was bei "Pünktchen und Anton" – dieser Film wurde gleichzeitig in einem kleinen Raum gezeigt - gesagt wurde. Trotzdem ein gelungener Abend. Zurück im Quartier wurde auch die Nachtruhe diesmal mehr oder weniger pünktlich eingehalten.
Am Sonntag war dann der Tag der Ausflüge. Ich war mit Bergneustadt und Ründeroth am Titisee in Neustadt. Abfahrt war für uns bereits um 9.15 Uhr mit dem Zug, deshalb mussten alle früh raus und rüber in die Stadthalle, zum frühstücken. Es wurde ein lustiger Ausflug. Schon auf der Hinfahrt lernten wir ein paar Einheimische kennen, die uns etwas über die Gegend erzählten, durch die wir fuhren. Am Titisee selbst wurden erst mal alle Tretboote in Beschlag genommen, die zur Verfügung standen und schon bald bevölkerten die Malteser den Titisee. Anschließend stürmten wir die Minigolf-Anlage, deren Besitzer doch geschockt waren, wie viele gleichzeitig spielen wollten. Aber auch das war nicht wirklich ein Problem uns so hatten alle viel Spaß. Gegen eins mussten wir dann leider schon den Rückweg antreten, schließlich war für diesen Tag noch einiges geplant. Pünktlich um 14.00Uhr waren wir dann auch zurück in der Stadthalle zum Mittagessen, welches sich leider etwas verzögerte, da der Reis ausgegangen war. So konnte man lange Schlangen beobachten, die sich zunächst mit Salat versorgten und auf das warme Essen warteten. Nachdem dann doch alle versorgt waren, ging es schnell zurück zu Unterkunft zum Umziehen, denn für 16.00 Uhr war eine große Messe im Freiburger Münster angesetzt. In der beeindruckenden Kirche war es richtig voll, viele mussten stehen oder sich auf den Boden setzen. Die Messe an sich hat mir allerdings nicht so gut gefallen, die vorgetragenen Texte gingen unter und man verstand zu wenig. Beeindruckend war jedoch der Einzug der Diözesen mit den Malteser Bannern und die musikalische Gestaltung durch die Band "Basilea". So wurde dann auch am Ende des Gottesdienstes der Titelsong der Veranstaltung "Acht Spitzen hat Zukunft", der extra von Basilea geschrieben und am Vortag auf dem Markt der Möglichkeiten vorgestellt wurde, begeistert mitgeklatscht – zumindest von Düsseldorf und Bergneustadt. Zurück im Quartier machten wir uns dann alle noch einmal frisch für den "Bunten Abend".
Dieser begann mit einem bunten Buffet für alle, wobei die eine oder andere Speise leider nur in zu geringer Anzahl vorhanden war, so dass nicht alle in den vollen Genuss kamen. Anschließend ging es mit einem bunten Programm weiter. Zuerst führte die Malteser Jugend Passau Dornröschen als Theaterstück auf – allerdings in leicht abgeänderter Form und natürlich mit Malteser Jugendlichen in den Hauptrollen! Anschließend stand ein Zauberer auf dem Programm: Thomas Vité verzauberte mit seinen kleinen Tricks vor allem die jüngeren Zuschauer, die ganz aufmerksam waren und natürlich alle Tricks kennen wollten. Danach ging das Programm noch weiter, aber ich war so müde, dass ich lieber ins Quartier zurück wollte. Und dort haben wir dann unser ganz eigenes Programm gemacht. Hauptdiskussionsthema waren Möpse – ausgelöst durch eine sehr seltsam aussehende Figur aus einem Koala-Bären Päckchen und durch ein Missverständnis von Tim, für das wir ihm sehr dankbar sind!
Tja, und dann war er auch schon gekommen: Der Tag der Abreise. Etwas später als an den Tagen vorher ging es los, mit einem ausgiebigen Frühstück und um 10.00 Uhr war dann die große Abschlussrunde. Mit einem schier endlosen "Nehmt Abschied Brüder" verabschiedeten sich dann alle Teilnehmer voneinander, um in die Quartiere zurückzukehren und nach Hause zu fahren.
Fazit: Es war eine gelungen Veranstaltung! Die Organisation – die bei so vielen Menschen bestimmt nicht einfach war – hat gut geklappt (auch wenn’s mal kleine Probleme gab) und wir hatten viel Spaß – besonders nachts in der Turnhalle, wenn wir eigentlich schlafen wollten... Trotzdem fehlte irgendwie das typische Flair eines Pfingstzeltlagers, wo man zwar mit weniger Leuten unterwegs ist, dafür aber viel mehr Zeit hat, alte Bekannte wieder zu treffen und sich abends gemütlich am Lagerfeuer zu unterhalten. Deshalb freue ich mich auch schon auf 2005 und das nächste PfingstZELTlager!
Christine Adolph
Unsere Eindrücke vom Bundesjugendtreffen kannst du dir in der Bildergalerie 2004 ansehen.



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