Pfingstzeltlager 2005
Pfingsten in Astert, anno 2005
Lasset euch verkünden, welch seltsame Dinge sich zugetragen:
Freitag, 13. Mai 2005
Am schwarzen Freitag im Mai, den 13., begann ein seltsam’ Werk am Platze zu Astert in der Grafschaft zu Hachenburg. Es reisten aus fernen Ländern viele tapfere Recken, Spielleute, Gaukler, Händler, Quacksalber und Mönche an. Sie stießen manch Eisendocht in den Boden um blinkende Gestänge, die mit einer Art Haut bezogen waren, zu festigen gegen Wind und Wetter.
Samstag, 14. Mai 2005
Des Samstagmorgens hat selbst der Himmel gemerkt, dass sich Ungewöhnliches ereignen sollte und ließ den ganzen Tag den Regen fallen. Einige der Dorfbewohner munkelten, dass einer der Zusammenkunft so lange gesungen und getanzt habe, bis sich der Himmel in Regen entlud. Die angeklagte Person, seines Zeichens spanischer Herkunft, hat sich jedoch unter Androhung der schwersten Strafen für unschuldig erklärt.
Nun denn sind wir losgezogen, dass Burgfräulein zu befreien, in dem wir tapferen Recken ein Turnier nach alter Sitte abgehalten haben. Die Gefolgsleute aus Wiedenestia habe uns nicht geschont im Kampf Mann gegen Mann. Der eindeutige Sieger des Wettstreites ergab sich dann aber erst am Abend in der Sanges- und Dichtkunst, die jede der Rittergilden vortragen musste. Welch schauerlicher Gesang folgte da auf wohlgelungenen Minnesang.
Des Samstags nachmittags wurden nun erst einmal die Ausrüstungen unserer Mannen und Frauen vervollständigt. Da gab es eine Helmschmiede für Ritter der ersten Klasse. Die Ritter der zweiten Klassen trugen nämlich nur einfache Kappen. Es wurden farbprächtige Schilde hergestellt. Für das Kleingeld wurden Geldsäcke aus Leder angeboten. Noch manch buntes Bastelgetreibe lenkte die großen und kleinen Mitstreiter der Turnierrunde von den Grauen des Wetters ab.
Doch bis spät in die Nacht ließ der Regen nicht nach und selbst die Feuerstelle ertrank in den Fluten des Himmels.
Sonntag, 15. Mai 2005
Welch schöner Tag es ist, zwar ohne Sonne, aber auch ohne Regen – für’ s erste. Gestiefelt und Gespornt traten die Tapferen des Lagers nun an in die Gegend zu ziehen und Amusement zu suchen. Einige waren gar so keck und gingen trotz des vielen Niederschlags in ein Badehaus. Andere hingegen ließen sich in einem Haus der „Lustigen Kinder-Verwahrung“ nieder und trieben Mummenschanz und warfen sich wohl in eine Art Ballgetümmel. Wieder andere zogen aus die ferne Festung zu Hachenburg, die als die beste im Westerwald bekannt sei, einzunehmen.
Man traf sich dann des nachmittags wieder um eine heilige Messe zu feiern mit unserem spanischen Priester. Nach dem Feiern der Messe kam es zu einem ausschweifenden Gelange und einem anschließenden Fest, das seines gleichen noch nicht gesehen hat. Welche Freude wir alle erlebten, ist so unglaublich, das es schwerlich in Worte zu fassen ist.
Montag, 16. Mai 2005
Getreu dem Sprichworte unseres besten Philosophen Kunibert, dem Schwafler: „Komme im Regen und gehe ohne!“, wurde das Wetter des Montags phänomenal gut. Die Häute unserer Behausungen trockneten geschwind.
Wir trafen uns in einer stattlichen Runde um unsere Angelegenheiten und das Turnier abzuschließen und man glaube es kaum, wir haben trotz Wind und Wetter das Burgfräulein befreit. Es leben die Ritter, Kaufleute, Spielleute, Gaukler, Zauberer und Mönche zu Astert. Sie leben dreimal hoch.
Fotos findet Ihr unter:
http://de.geocities.com/pfila_koeln/


