SCHöN UND ANSTRENGEND, ANSTRENGEND UND SCHöN
Weltjugendtag 2005
"Ein Weltjugendtag, was ist das eigentlich?"
Einige sagen: "Dieses Jahr war der Weltjugendtag in Köln ein Treffen von ca. 800.000 katholischen Menschen aus ungefähr 160 Nationen." Andere sagen: "Eine Stadt voller Fahnen und Gruppengesänge, immer, zu jeder Uhrzeit." Die Freiwilligen der Malteser Jugend sagen: "Ca. 10 wirklich anstrengende, aber auch schöne Tage. Aber anstrengend. Auch schön. Aber anstrengend. Und so weiter und so weiter."
Mancher fragt nun: "10 Tage? Der WJT fand doch aber nur vom 16.- 21. August statt. Das, meine Damen und Herren, sind keine 10 Tage."- "Sind es doch", antworte ich solchen Zweiflern. Denn für 5 Tage Pilgerfahrt braucht es eben ein paar Tage mehr Vorbereitung. Für den AK-Weltjugendtag haben sich diese Vorbereitungen über einen Zeitraum von 3 Jahren erstreckt. In die heiße Phase ging es für den Arbeitskreis ungefähr ab Ende Juli/Anfang August und siedend heiß ging es ab dem 9./10. August zur Sache, denn da reisten die ersten Helfer des Objektteams an und so langsam erreichten auch die Freiwilligen und Teamleiter unsere Unterkunft, das Stadtgymnasium in Porz/Rhein. Dann kamen die Pilger und wir schrieben den 16. August 2005 Jahre nach - ja gut schon klar, wir wissen alle wonach.
Danach, Herrschaften, ging es erst richtig los: Die Pilger pilgerten, die Freiwilligen leisteten an Service-Points, unserem Begegnungszentrum am Theo-Burauen-Platz unter dem Motto "Konflikt sucht Lösung" und eben auch an der Unterkunft beste, wunderbare Arbeit.
Manchmal kreuzten sich die Wege der Pilger und Freiwilligen bei dem einen oder anderen Programm- Punkt. Und das Programm war vielfältig. Es gab Eröffnungsmessen, Workshops, Musikpicknicks, einen sprachlosen Kardinal Meißner und Horst Köhler, die versuchten gegen Laola-Wellen und WJT-Euphorie anzureden, Feste, Gebete, Lieder- und Märchenstunden, verzweifelte Pilger auf der Suche nach ihrem Mittagessen, Abendessen, irgendeiner Mahlzeit, Kreuzwege in den verschiedenen Katechesen, selbstgebackenen Kuchen der Kölner für die Gäste aus aller Welt, Live-Orchester, gesperrte Bahnhöfe, Begegnungszentren, kickernde Mönche, viele Italiener mit begehrten Hüten, strahlendem Sonnenschein (ein bißchen) und (jede Menge) Kälte.
Die Ankunft des Papstes legte am Donnerstag die Kölner Innenstadt lahm und wurde im Fernsehen und live von uns Malteser Jugendlichen verfolgt. Am Samstag pilgerten dann sowohl Pilger als auch Freiwillige auf das Marienfeld, um dort mit Benedikt XVI die Vigil und am Sonntagmorgen die Abschlussmesse zu feiern. Die, die nicht mit auf das Marienfeld "reisen" konnten, verfolgten zum großen Teil das Geschehen vor dem Fernseher (ein Hoch auf die Technik). Einige der Helfer konnten uns daheim Gebliebenen (also daheim hieß für uns all die Tage: Schule; sehr gemütlich haben wir es uns dort nämlich gemacht) am Sonntagabend nach einer sehr langen Heimfahrt (*lang war die Reise*) berichten, dass es unglaublich war auf dem Feld: die Stimmung, die Leute, der Papst und gewunken hat er auch, der Papst, nur uns! Und überhaupt war alles so aufregend und neu und einmalig.
Statt der wohlverdienten Ruhe machten sich die Pilger dann auf eine weitere oft ebenfalls sehr lange Heimreise (diesmal ganz nach Hause und nicht zur Schule) und nur einige Freiwillige verbrachten eine letzte aufregende Nacht in der Unterkunft ("Werden wir Notunterkunft?" "Wieviele Pilger kommen?" "Wo nehmen wir bloß Essen für Gestrandete her?") und übergaben die Schule am Montag extrem besenrein wieder ihrer eigentlichen Bestimmung. Übermüdet wie noch nie trällerten wir unser letztes Abschiedslied (*lalalalalala...*), um dann den heimischen Hafen anzulaufen (auch hier ist wieder der eigentliche Wohnsitz gemeint).
Und jetzt, wo wir Zeit hatten uns zu erholen, können wir sagen: "Schön war's und anstrengend und schön und anstrengend und so weiter und bis zum nächsten Mal, diesmal in Sydney und dann wird die Reise aber wirklich lang."
Weitere Fotos und Berichte zum Weltjugendtag findet ihr unter www.malteserjugend.de


